Gedanken · 01.06.2026

Ein schöner Ladepark

⚡ So ein schöner Ladepark, auch die Ladeleistung stimmt. Jetzt noch genug 🚚 Trucks anlocken, weil die satte Auslastung bringen. Doch keiner kommt…

Fangen wir vorne an, im Wortsinn. Ein Truck hat andere Bedürfnisse als ein PKW. Auch wenn manche SUV mit über fünf Metern Länge wie Schlachtschiffe auf der Strasse wirken: ein Sattelzug ist mehr als drei mal so lang, koppelt seinen Trailer nicht mal eben ab und fährt nicht vor Kopf an eine Säule wie ein Škoda Elroq an den Ladepunkt.

Der Fahrer hat auch keine Lust sich zu fragen: Reicht der Platz? Passt die Schleppkurve? Ist das Dach hoch genug? Kann ich durchfahren statt rückwärts rangieren?

Klingt trivial? Ist es auch, bis Du draussen stehst und Ladeparks anschaust. Es gibt einen Grund, warum Plattformen wie eTrucker von Tobias Wagner und Michael Clarke genau die Standorte listen, die wirklich funktionieren.

☕ Selbst wenn die Anfahrt an den Ladepunkt passt, hört es hier nicht auf. Im gegenteil, hier fängt es erst an. Der Trucker macht Pause. 45 Minuten nach viereinhalb Stunden Fahrt, gesetzlich vorgeschrieben. Seine Pause bestimmt die Ladezeit, nicht die Ladegeschwindigkeit des Ladeparks. Und seine Pause möchte er sinnvoll nutzen können.

🚻 Sorg dafür, dass er wenigstens auf die Toilette kann. Besser: Dusche, etwas zu essen, etwas zu trinken. Er lädt ja nur seinen Truck, klar. Aber er will sich in diesen 45 Minuten auch selbst aufladen.

🅿️ MCS ist mega, ehrlich, verschärft aber ein Problem in der Zukunft. Wenn der Truck nach 30 Minuten genug nachgeladen hat, hat der Fahrer ein Problem wenn er den Ladepunkt räumen muss weil sonst Blockiergebühr anfällt. Denn sobald der Truck sich bewegt, springt der Tacho auf Lenkzeit. Die Pause ist futsch, sie beginnt von vorn.

Genau hier liegt der Hebel, den viele übersehen. Milence hat das früh verstanden und auf die Fahne geschrieben. Aber längst nicht jeder CPO denkt so. Viele bauen Leistung und wundern sich über die fehlende Auslastung.

Dabei ist die Rechnung einfach: Wer die Pause ernst nimmt, bekommt Auslastung, die nicht nur von Ladeverträgen abhängt. Die Fahrer kommen wieder, weil es funktioniert. Und wer die Pause ernst nimmt, baut nebenbei ein Multi-Revenue-Modell. Denn Strom ist eine Commodity, Service ist es nicht. Und der bringt den Mehrwert.

💡 Wer nur Strom verkauft, konkurriert über den Preis. Wer den Stopp versteht, konkurriert über etwas, das viel schwerer zu kopieren ist.

P.S.: Gilt übrigens auch für die PKW inkl. der dicken SUVs…wer die Pause gestaltet bietet Mehrwert. Reine Ladeleistung reicht auch hier schon lange nicht mehr.

← Alle Gedanken Read in English →