đ¨Jeder Ladestandort sieht aus wie ein Nagel, wenn man nur einen Hammer im Werkzeugkasten hat.
âď¸Gleich mal vorab, wir brauchen den Hammer als Werkzeug. Was ich die Industrialisierung des Ladens nenne ist keine Option, sondern Pflicht und dennoch fehlt es zu oft. Nur so erreichen wir die Zuverlässigkeit, VerfĂźgbarkeit und eine Preisgestaltung, damit Kunden wirklich Vertrauen aufbauen.
Aber dieses Werkzeug muss konsequent aus Kundensicht gebaut sein, nicht aus Lieferantensicht. Und dann reicht ein Hammer fĂźr alles eben nicht mehr.
Zwei Beispiele
đŞBei einem IKEA wurden kĂźrzlich die alten Triple-Charger abgebaut. Sofort entbrannte die Debatte: 50kW oder 150 kW, weil nur 4 Ladeplätze vorgesehen sind.Â
đUnd eine Supermarktkette hat begonnen an einigen Standorten vor ihren Märkten Schnellader mit 300kW zu installieren.Â
Mir stellt sich in beiden Fällen dieselbe Frage und die lautet nicht âWas ist hier machbarâ sondern âWas will der Kunde hier eigentlich tun?â
Es gibt fĂźr mich zwei grundlegend verschiedene Situationen.
đŁď¸Journey Charging: Ich muss hier anhalten, denn ohne laden komme ich nicht mehr an mein Ziel. Hier ist Schnelllader fast immer richtig, weil die aktive Ladezeit minimiert werden soll.Â
âDestination Charging: Ich will hier anhalten, weil ich etwas anderes vorhabe wie einkaufen. Der Ladestand meines Fahrzeugs selten ein relevanter Grund dafĂźr. Hier ist nicht automatisch das Gegenteil richtig mit langsamen AC-Säulen und 11/22kW.Â
Jetzt wird es strategisch Bei vielen Geschäften stellt sich die Frage:Â
đ Ist Laden ein eigenständiges Business, das zufällig mein Ladengeschäft nebenan hat? Jemand der zum Laden hinfährt, kauft vielleicht auch ein.Â
đď¸ Oder ist es eine Annehmlichkeit, die das Kerngeschäft stärkt? Jemand der zum Einkaufen hinfährt, lädt vielleicht auch auf.Â
Beides anzubieten ist keine Strategie, sondern ein Plan ohne Ziel.
đŻď¸Ein Geschäft lebt vom Einkauf, nicht vom Laden. Ein IKEA Besucht dauert mindestens 60 Minuten und niemand fährt zu IKEA zum laden und denkt sich dann, ach komm, lass mal noch ein Billy Regal kaufen gehen. Stelle ich dort nun die falschen Ladesäulen auf, dann hat das Auto fertig geladen bevor der Besitzer fertig eingekauft hat, blockiert den Platz, oder man lädt gar nicht erst weil man weiss die Zeit reicht nicht zum shoppen. Laden stärkt hier nicht das Kerngeschäft, es ignoriert es.
đWer zum Einkaufen fährt, hat selten einen fast leerem Akku. Man muss nicht aufladen, sondern nur kurz ein wenig nachladen. Das bedeutet weniger Energie pro Ladevorgang, eine schlechte Auslastung und eine Investition in Ladeinfrastruktur, die sich einfach nicht lohnt. Das Ladegerät ist zu schnell fĂźr den Kunden und den Ladezustand des Autos.Â
Das richtige Werkzeug beginnt nicht mit der Frage welche Ladesäule ich installiere. Es beginnt mit der Frage warum mein Kunde ßberhaupt zu mir kommt.