Zuhören hilft

Der Logistiker braucht Verlässlichkeit zu einem Preis den er kennt, statt Infrastruktur die er nicht versteht.

Ich beobachte gerade etwas in den Kommentaren unter meinen Posts und in meinem Postfach. Sobald ich die Herausforderungen bei der Elektrifizierung von Logistikern anspreche, kommen die Antworten schnell: gibt es doch alles, machen wir, kein Problem, gefolgt von einer Liste an Lösungen, oft gespickt mit vielen Fachbegriffen. Und ja, die Lösungen existieren, teils als Einzelbausteine, teils als ganze Systeme. Das ist nicht das Problem.

#Zielgruppe
Ich spreche nicht von Logistikern mit 100+ Trucks und einer eigenen IT-Abteilung. Ich spreche von Betrieben mit 5 bis 25 Fahrzeugen, davon noch keiner elektrisch. Die einen wollen nicht umstellen, sie müssen. Die anderen wollen, aber finden keinen für sie passenden Einstieg. Und oft ist dann Diesel die einfachste Antwort.

#Perspektivwechsel
Ein führender Truck-Hersteller hat es mir kürzlich gesagt: Es reicht nicht, wenn Anbieter in ihrer eigenen Sprache in die Welt der Logistiker vordringen. Wer eine grosse Flotte hat, kann sich jemanden leisten der das übersetzt und begleitet. Der KMU-Logistiker kann das nicht. Und selbst viele Händler sind heute noch nicht in der Lage, diese Übersetzungsarbeit zu leisten.

#Rückblick
Mich erinnert diese Situation an etwas. Vor sechs Jahren war es genauso als die etablierten OEM ihre Elektroautos in den Markt brachten. PKW-Händler konnten E-Mobilität nicht erklären. Und die Anbieter sprachen in einer Sprache die niemand verstand.

Darum war mein Projekt Speicher elektrisiert erfolgreich: Ich habe übersetzt, nicht Worte sondern Situationen und Kontext. Greifbar gezeigt aus dem Alltag für den Alltag. 45’000 Menschen haben mitgemacht weil sie jemanden hatten der ihre Fragen und Bedürfnisse verstand.

#Ausblick
Der Truck-Markt steht für mich in 2026 genau an diesem Punkt. Der Logistiker will fahren, nicht Energiewirtschaft studieren. Er braucht Verlässlichkeit zu einem Preis den er kennt, statt Infrastruktur die er nicht versteht.

Tobias Wagner zeigt wie es fährt und wo es unterwegs klemmt. Katrin Herda hat soeben das go live von dragonize verkündigt, ein all-in-one Ökosystem fürs Depotladen.

Ich will verstehen warum es für viele KMU-Logistiker dennoch aktuell nicht elektrisch losgeht. Mein Fokus liegt auf der Logistikersicht: was brauchen sie wirklich, wo klemmt es, und was sollten Anbieter anders machen um dieses Segment zu erreichen. Das sammle ich, verdichte es und gebe es zurück an die Anbieter. Ohne Namen, ohne Hintertüren.

Wer das kennt oder anders erlebt: ich höre zu, ich lerne und dann helfe ich.