🚛 Für manche Logistiker ist das Depot der erste Stopp einer langen Reise. Für andere ist es der sichere Hafen, ohne den der gesamte Betrieb nicht funktioniert.
🛣️ Die erste Gruppe Logistiker kennt fast jeder, weil wir sie täglich auf der Autobahn sehen: internationale Spediteure, feste Linien, planbare Routen. Das Depot ist Startpunkt, der Rest passiert unterwegs. Für sie ist Laden eine Korridorfrage.
🚧 Die zweite Gruppe fällt uns viel weniger auf. Doch sie sind enorm wichtig, mancher nennt sie die „wilden“ Logistiker. Am Vormittag mit dem Kippsattel zur Baustelle, nachmittags unter Plane Maschinenteile irgendwo durchs Bündnerland. Täglich anders, täglich neu.
Die Zugmaschine wechselt den Auftrag mehrmals am Tag. Zwischenladen unterwegs? Selten nötig. Die Strecken sind kurz genug. Aber das Depot muss jeden Mittag und jeden Abend liefern, zuverlässig, vollständig, ohne Ausrede. 100% Ladestand am morgen ist Pflicht.
📍 Für diese Logistiker ist das Depot kein Ladeort unter vielen. Es ist die Betriebsvoraussetzung. Doch weil sie oft auch dort laden könnten, wo sie be- oder entladen – beim Kunden, auf dem Werkhof, an der Baustelle – ist Laden für sie Destination Charging in seiner reinsten Form. Nur nennt es kaum jemand so und noch weniger planen entsprechend.
💡 Der Schlüssel liegt also nicht im Unterwegs-Laden. Er liegt im Depot und das muss nicht alleinig der eigene Hof sein. Und dort liegt die eigentliche Herausforderung: die Balance aus Netzanschluss, Batteriespeicher, Energiekosten und Auslastung, ohne die eigene Flotte einzuschränken. Dazu kommt die Frage wie man das alles abrechnet und freischaltet. Und spätestens beim Thema Auslastung für bessere Wirtschaftlichkeit lässt man sie im Regen stehen.
🔌 Wenn ich auf Depots schaue, fällt mir auf: bestimmte Ladeinfrastruktur sieht man immer wieder. Andere fast nie. Ich frage mich warum. Ist es der Preis? Die Integration? Das Vertrauen? Oder schlicht weil niemand erklärt hat was wozu passt?
🏗️ Lösungen wie die eTrucker App oder der Marktplatz von Depotcharge helfen beim Finden von Ladepunkten und bei der Abrechnung. Die ASTAG Schweizerischer Nutzfahrzeugverband versucht mit ihrem P2P-Ansatz Infrastruktur zu teilen statt sie alleine zu bauen. Aber wer hilft beim Aufbau des Depots selbst? Bei der Dimensionierung, der Auswahl des Speichers, der Planung des Lastmanagements?
Hier fühlen sich viele Logistiker alleine gelassen, unabhängig davon was ihnen präsentiert wird. Das habe ich aus diversen Gesprächen und Beiträgen von Logistikern hier auf LinkedIn mitgenommen.
Wer das kennt oder anders erlebt: ich höre zu, ich lerne und dann helfe ich.

